Cassandras Traum


Filmstart: 5.6.
Regie: Woody Allen;
Darsteller: Colin Farrell, Ewan McGregor, Tom Wilkinson u.a.

Seit drei Jahren hat der Ur-New Yorker Woody Allen ja Großbritannien als neuen Schauplatz für seine Filme entdeckt und inszenierte dort bisher die beiden durchaus sehenswerten Streifen „Match Point" und „Scoop – Der Knüller". Der große Unterschied dieser Filme zu seinem dritten Englandfilm: Immer war, wenn auch weniger als früher, der gewisse Woody-Allen-Humor präsent. Dieser geht nun „Cassandras Traum" vollkommen ab.

Terry und Ian sind Brüder und kommen aus einfachen Londoner Verhältnissen. Beide träumen vom großen Geld, Automechaniker Terry durch Glücksspiel, Ian, der im Restaurant seines Vaters mithilft, durch Immobiliengeschäfte. Und da gibt es ja noch Onkel Howard. Der ist mit Schönheitschirurgiefarmen zum Millionär geworden und hat die Familie immer eifrig unterstützt. Als Howard mal wieder zu Besuch kommt, beschließen Terry und Ian, ihn um größere Summen anzupumpen. Doch der verlangt eine ungewöhnliche Gegenleistung: Die Brüder sollen einen Mann beseitigen, der wegen seines Wissens eine echte Gefahr für Howards Geschäfte ist. Soll man nur des schnöden Mammons wegen zum Mörder werden?

Mit Tom Wilkinson, Ewan McGregor und vor allem Colin Farrell ist „Cassandras Traum" – das ist übrigens der Name von Terrys und Ians kleinem Boot – prima besetzt. Doch ach: dieses fast an griechische Tragödien erinnernde Drama entwickelt sich zu einer äußerst zähen und sehr moralischen Angelegenheit. Die so gar nicht neue Geschichte birgt keinerlei Überraschungen, und von der kinematografischen Qualität her waren Woody-Allen-Filme sowieso selten berauschend. So sieht man dem Strampeln und Hadern der beiden Brüder gelangweilt zu. Bleibt zu hoffen, dass es mit Allens erstem in Spanien gedrehten Film wieder aufwärts geht: Mit dabei im gerade fertig gestellten „Vicky Cristina Barcelona": Penélope Cruz, Scarlett Johansson und Javier Bardem.

Martin Schwarz

Stand: 15.5.2008

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